Feindbilder - Im Großen wie im Kleinen

von Sebastian Kniffke

Feindbilder überwinden

Der bekannte Kabarettist Volker Pispers hat treffend ausgedrückt:
"Wenn man weiß, wer der Böse ist, hat der Tag Struktur."

In diesem Sinne erklärte der berühmte Pathologe Robert Koch (1843-1910) winzig kleine Lebewesen zu "Feinden der Menschheit".
Und Evolutionstheoretiker Charles Darwin propagierte den "Kampf ums Dasein". Das Prinzip des Kämpfens war damals wie heute überall präsent. Menschen und Staaten standen sich in kriegerischer Auseinandersetzung gegenüber.
Da war es doch naheliegend auch die kleinsten Lebewesen als Feinde zu betrachten und wirksame Waffen gegen sie zu entwickeln.
Ein Ergebnis des inflationären Einsatzes von Antibiotika sind multiresistente Stämme. Fehlender Kontakt von Kindern mit Mikroben verringert die Immunkompetenz und begünstigt Allergien. Viele Menschen reagieren allergisch auf Antibiotika.
Auch die Frage warum jemand eine Erkrankung bekommt, der mit bestimmten "Erregern" Kontakt hatte und ein Anderer nicht, wird nicht gestellt.
Max von Pettenkofer, Arzt und Zeitgenosse von Robert Koch, veranschaulicht dies mit einem Experiment. Er zeigte, dass das innere Milieu eine viel entscheidendere Bedeutung für die Entstehung von Krankheiten hat, als Mikroben. Er verschluckte im Beisein von Zeugen eine Kultur von Cholera-Erregern, ohne an Cholera zu erkranken.
Dies konnte die mittlerweile als Narrativ verankerte Meinung, Bakterien seien die Ursache von Krankheiten, jedoch nicht ändern.
Auch Louis Pasteur, ein bekannter Bakteriologe dieser Zeit, hatte sich dem Kampf gegen die Bakterien verschrieben. Auf seinem Totenbett soll er jedoch gesagt haben "die Mikrobe ist nichts, das Terrain ist alles."
Das Problem der Pathologen ist, dass sie Bakterien isoliert, als Reinkulturen, betrachtet haben. Wenn man die Bakterien im Zusammenspiel untersucht, wirken sie nämlich gar nicht mehr so pathologisch.
Kleinstlebewesen sind im Gegenteil notwendig damit wir nicht im Müll ersticken. Nicht nur dass sie bei Verschmutzung mit Erdöl eingesetzt werden, auch beim Zersetzen abgestorbener Lebewesen und bei der Verdauung geht es ohne sie nicht.


Die Biokybernetische Medien (nach Gosau) bezeichnet Mikroorganismen nicht als Erreger sondern als Indikatoren.
Wir töten Bakterien nicht, sondern ihnen wird das Milieu entzogen. Dann verschwinden diese von selbst bzw. haben keine krankmachende Wirkung mehr auf uns.
Somit haben wir eine Methode, die bei akuten und auch bei chronischen Infektionen funktioniert, ohne Nebenwirkungen oder Resistenzen zu verursachen.
Die Biokybernetik kann hier nicht nur bei Infektionen wie z.B. Mittelohrentzündung, Blasenentzündung oder Bronchitis helfen. Auch Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Schuppenflechte haben oftmals eine bakterielle Komponente, die so behandelt werden kann.

Hier noch einige interessante Anmerkungen zu Bakterien:

>Pleomorphismus, Prof Karl-Heinz Schleifer beschreibt 2001 in den Rundgesprächen der bayerischen Akademie der Wissenschaften, dass kultivierte stäbchenförmige Bakterien am nächsten Tag im Mikroskop als kugelförmige zu erkennen sind.

- Im menschlichen Darm leben ungefähr 1000 verschiedene Einzellerarten. Diese Darmfreunde sind für unser Leben unverzichtbar und können eine Masse von 5 kg ausmachen.

- Wird ein Lebensraum für Bakterien unbewohnbar, können sie sich quasi in Tiefschlaf versetzen. Sie nehmen dann einen Zustand in Sporenform ein und überdauern darin beliebige Zeiten. Bakterielle Sporen aus dem Darm einer Biene die vor über 25 Millionen Jahren in Harz eingeschlossen und der dann zu Bernstein wurde, ließen sich 1995 zu lebendigen Bakterien reaktivieren.
"Da die Erfahrung der Vergangenheit zeigt, das es die Menschheit weder glücklicher, gesünder noch zufriedener gemacht hat, Bakterien zu töten, können wir genauso gut damit aufhören und neue Wege gehen." (Dr. A. Zschocke in " Die erstaunlichen Kräfte der effektive Mikroorganismen-EM")

Wenn wir lernen können Mikroorganismen nicht nur als Feinde sondern auch als Helfer zu betrachten, können wir vielleicht auch lernen in Kooperation mit anderen Menschen zu leben.

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